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WINDHOEK
Windhoek ist
mit seinen rund 250.000 Einwohnern grösste Stadt in
Namibia und zugleich die Hauptstadt des Landes. Das
schmucke Städtchen liegt auf 1650 Metern Höhe malerisch
in einem Talkessel, gesäumt von den Erosbergen im Norden
und den Auas Bergen im Süden. Nach Westen hin erstreckt
sich das Khomas Hochland in Richtung Namib und Küste.
Das
Stadtzentrum Windhoeks liegt beiderseits der
Independence Avenue, und man kann es gut zu Fuss
kennenlernen. Die geschäftige Hauptstrasse - früher
hiess sie Kaiserstrasse - beginnt am Ausspannplatz im
Süden und erstreckt sich bis zum einstigen Township
Katutura im Norden.
Sehenswert sind der "Tintenpalast", Namibias
Parlamentsgebäude, die Christuskirche der lutherischen
Gemeinde aus dem Jahre 1896, das Reiterdenkmal aus dem
Jahre 1912 und die "Alte Feste", Hauptquartier der
Schutztruppe und heute namibisches Nationalmuseum. Seit
1997 werden die historischen Bauwerke Windhoeks durch
das monumentale Supreme Court Gebäude dominiert, das
Namibias Obersten Gerichtshof beherbergt.
Der Baustil
entspricht dem moderner Städte. Daneben findet man
zahlreiche wilhelminische Bauwerke aus der deutschen
Kolonialzeit. Windhoek wirkt - für eine afrikanische
Stadt - nach wie vor sauber und ein wenig kleinstädtisch,
wenngleich die Atmosphäre durchaus auch kosmopolitisch
geprägt ist.
Der Einfluss der deutschen Sprache und Kultur ist auf
Grund der kolonialen Vergangenheit in vielen Bereichen
sichtbar. Es gibt deutsche Restaurants in Windhoek,
deutsches Brot, Wurst, Bier und deutschen Karneval. Fast
überall kann man sich auch auf deutsch verständigen,
wenngleich die offizielle Landesprache in Namibia
Englisch ist.
LÜDERITZ
Lüderitz war stets ein etwas
verschlafener und beinahe skurriler Ort, der aber gerade
daher seinen Reiz bezog. Die Gründerstadt Namibias - sie
zählt heute ca 20.000 Einwohner - am Rande der Namib
Wüste wurde auf den nackten Granitfelsen gebaut und ist
den oft stürmischen Atlantikwinden ausgeliefert wie kein
anderer Ort in Namibia. Auch Seenebel und gelegentliche
Sandstürme tragen zum rauhen Klima in Lüderitz bei.
Für den Besucher offenbart sich
das nostalgische Lüderitz als eine sehr farbenprächtige
Stadt, bedingt durch die zahlreichen aus der deutschen
Kolonialzeit stammenden, liebevoll gepflegten Bauten im
damals beliebten Jugendstil und wilhelminischen Baustil.
Überragt wird die Stadt von der evangelisch-lutherischen
Felsenkirche aus dem Jahre 1911.
Die
Wassertemperaturen liegen in Lüderitz auch im Hochsommer
selten über 18 Grad. Für badelustige Touristen ist die
rauhe Küste von Lüderitz also weniger einladend. Doch
Lüderitz kann mit zahlreichen anderen Attraktionen
aufwarten. Im Eberlanz Mueum in der Diaz Strasse wird
man anschaulich über die Geschichte der Stadt und des
Diamantenbergbaus informiert. Auf der Haifisch Insel
kann man das Denkmal von Adolf Lüderitz besichtigen.
Zugleich hat man von hier aus eine wundervolle Aussicht
auf Stadt und Hafen.
Interessant
ist auch der Hafen, wo stets ein geschäftiges Treiben
herrscht. Fischkutter laufen ein und aus, Fische werden
entladen und abgefahren. Am schönen Agate Beach, 8
Kilometer nördlich der Stadt, kann man herrliche
Strand-Spaziergänge machen. Wer Glück hat, findet einen
Achat Splitter im Sand, oder eine der aus
kristallisiertem Gips bestehenden Sandrosen. Lohnenswert
ist auch eine Fahrt über die Lüderitz Halbinsel, ein
Naturschutzgebiet mit zahllosen kleinen Buchten und
unberührten Stränden. Die Fahrt führt um eine Lagune
herum, wo es Flamingos und viele andere Vögel zu sehen
gibt.
Die
Menschen leben - ausser vom Tourismus und Diamantenabbau
- hauptsächlich von der Fischerei. Der kalte Benguela
Meeresstrom führt grosse Mengen Plankton mit sich und
sorgt für einen grossen Fischreichtum in den
Küstengewässern. Da das Meer sehr sauber ist, werden
auch Austern gezüchtet. Sehr lukrativ war bislang der
Langustenfang. In den letzten Jahren wurden die Gewässer
jedoch stark überfischt, so dass man die Fangquoten
reduzieren musste.
In den exzellenten Restaurants der Stadt kann man - für
wenig Geld - besonders Meeresfrüchte geniessen.
Fangfrischer Fisch, Muscheln, Austern und Hummer stehen
stets auf der Speisekarte. Lüderitz verfügt heute über
sehr gute Hotels und Gästehäuser in allen Preislagen.
WATERBERG PLATEAU
Das Waterberg
Plateau östlich von Otjiwarongo erhebt sich rund 200
Meter aus der umgebenden Ebene. Das 20 Kilometer breite
und 50 Kilometer lange Tafelberg Massiv besteht aus
porösem Sandstein. Niederschläge sickern durch das
durchlässige Gestein und treffen unten auf eine
wasserundurchlässige Tonschicht. Während es oben auf dem
Plateau sehr trocken ist, gibt es am Fusse viel
Oberflächenwasser und kräftige permanente Quellen. Die
Vegetation ist darum hier vergleichsweise üppig und grün
und besonders artenreich. Unter anderem sieht man hier
wilde Feigenbäume, Feuerlilien und Korallenbäume.
Ausserdem gibt es eine reiche Fauna.
Seit 1972 steht das Gebiet um
den Waterberg unter Naturschutz, insgesamt eine Fläche
von rund 400 Quadratkilometern. Es wurden ausserdem
bedrohte Tierarten im Park angesiedelt, unter anderem
Breit- und Spitzmaul-Nashörner, Rappen- und
Pferdeantilopen sowie Streifengnus. Im Waterberg Plateau
Park kann man herrlich wandern und sich entspannen. Es
gibt ein ausgezeichnetes Restcamp mit Restaurant,
schönen Ferienchalets, Swimmingpool und Campingplatz.
Der Park tägliche Pirschfahrten zum Plateau an.
Auch die Waterberg Region gehörte tradionell zum
Siedlungsgebiet des Herero Volks. Im August 1904 wurde
die Hereros - rund 40.000 Männer, Frauen und Kinder -
unter der Führung von Samuel Maharero am Waterberg von
1600 deutschen Kolonialsoldaten eingekesselt und in
einem dramatischen Kampf vernichtend geschlagen. Nur
sehr wenigen Hereros gelang die Flucht durch die
Kalahari Wüste (Omaheke) bis nach Botswana. Ein
Soldatenfriedhof zeugt heute von den tragischen
Ereignissen.
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